Alpin Special 2011 - Die vier wichtigsten Regeln im Alpinismus
Regel 1: Tue anderen etwas Gutes.
Regel 2: Ausschlafen ist Chemie für die Seele – starte nur ganz frisch in lange Alpentouren.
Regel 3: Kein Alkohol vor, während oder nach den Touren.
Regel 4: Das GESETZ der Alpen und wichtigste Regel für den Alpinisten vor jeder Alpintour – Die 3K-Regel – ein K davon nach 2 K (Kaffee & Kippe).
Alex W's Heimbibliothek
In diesem Teil geht's um einen Teil aus AlexW´s Heimbibliothek, im Speziellen um eine kleine Auswahl an Topo Guides und anderen Kletterführern,
die die Basis für die Tourenplanung des Alpensommers bilden. Die Bewertungen der Kletterbücher am Ende der Tabelle zwischen null Sterne (schlecht) und fünf Sterne
(sehr gut) dürfen ernst genommen werden.
Dabei wurde der reine Nutzen für den Alpinisten bewertet, denn was nützt die tollste Aufmachung, wenn Topos zu klein, zu ungenau oder falsch recherchiert daherkommen. Bei anderen wurde auch die Aufmachung mitbewertet.
Ohne den anderen ungerecht werden zu wollen, sind die Referenz-Topos sicher die Dolomiten-Guides von Bernardi und die Bücher von Topoguide/Roth. Roth veröffentlicht u.a. 'ne Menge an BH-Leitern, da sind Topos einfacher zu lesen und zu schreiben (beim relativ hakenlosen Venezia Andrich Topo beispielsweise sind auch Fehler drin).
Bei den bisher gekletterten Touren aus diesen Büchern gab's zwar auch kleinere, manchmal gröbere Fehler (Topoguide: „Berge in Flammen“), aber im Vergleich zu allen anderen Alpentopos sind diese den anderen weit überlegen (oder im Vergleichzu Langes Märchenbüchern Dolomiten oder Kubin´s Civetta Märchenbuch (man möge uns diese Bemerkung verzeihen, denn sie bezieht sich ausschliesslich auf die Andrich: „Andreas, das Topo muss bei einer Neuauflage überarbeitet werden — dringend“. Für andere Touren in der Civetta mussten damals andere Topos herhalten.
Die meisten guten Topos der Alpengebiete, mein Damen und Herren, findet ihr online auf diversen Websites
wie z.B. planet mountain für Dolomiten ect, bergsteigen.at usw. Googlen bringt da einiges ans Tageslicht, sogar von Touren,
die bisher in keinem der gedruckten Führer beschrieben werden.
In Teil 3 widmen wir uns dann den objektiven und subjektiven Problemen beim Alpin- Klettern.
Es fehlt in der Liste, steht aber im Schrank:
Schweiz Plaisir Ost , Schweiz Extrem West und
Schweiz Alpin (Bildband - kein Führer) mit Unmengen an guten Touren
Was unterscheidet das Klettern im Mittelgebirge vom Alpenklettern?
Hier ein paar Punkte, über die man schon vor der Tour nachdenken sollte.
Foto:
AlexW in der „Schwarzen Mamba“ 8 Rote Flüh
Klettergarten versus Alpen
Zustieg - Ausrüstung
Länge der Tour (Zustieg, Klettern, Abstieg, Rückweg)
Unübersichtlichkeit - Orientierung
Ausgesetztheit & Psyche
Absicherung / Material/Seiltechnik
Kraftaufwand/Ausdauer/Kondition
Wetter
Erlebnisswert
Foto: Schneck Ostwand – Allgäu
Gefahrenquellen beim Alpinklettern
Selbstüberschätzung
Leichtsinn & Mangel an alpiner Erfahrung
Inkorrekte Sicherung oder Abseilfehler
Fehleinschätzung der Sicherungskette
Fehler im Topo, falsche Informationen, nach Bergsturz oder Sanierung andere Routenführung
Auch 2010 gab's etliche neue Touren in den Dolos, die meisten davon ab 7b aufwärts. Der traditionelle Stil blieb bei einigen erhalten. Fairplay 10- zum Beipiel ist nur mit Normalhakl abgesichert.
Piccolo Lagazuoi - Blede alla riscossa 5+ Erstbegehung: Siro Cannarella & Gianpaolo Rosada
Eine großartige kleine Tour an gutem Fels, gut gesichert, an der Westseite des Piccolo Lagazuoi direkt oberhalb des Museums Forte Tre Sassi.
Alle Stände sowie die schwersten Stellen der Tour sind mit Bolts abgesichert.
Anfahrt
Man erreicht den Valparolapass vom Agordotal, Alta Badia oder von Cortina indem man die SR 48 hochfährt.
Zustieg
Am Museum Forte Tre Sassi parken und diagonal von rechts nach links hochlaufen bis ihr den Fuß der Wand und die deutlich sichtbaren schwarzen Bänder seht (ca. 40 min). Die Route startet am Anfang des linken Bands (die Bolts sind von unten gut zu sehen).
Route
Seillänge: 5+, 35m
Seillänge: 5, 55m
Seillänge: 1, 50m
Seillänge: 4, 40m
Seillänge: 5, 55m
Seillänge: 4, 45m
Seillänge: 5, 50m
Seillänge: 4, 25m
Abstieg
Abstieg zu Fuß, zuerst südwärts Richtung Gipfel, dann rechts dem Weg folgen, den die Österreicher im Ersten Weltkrieg angelegt hatten, um die Festung zu erreichen.
Ausrüstung
55m Seil, 10 Expressen, Bandschlingen und Klemmkeile/Friends
Bemerkungen
Schwierigkeitsgrad: maximal 5+ (die erste Seillänge ist die schwerste), überwiegend 4. Grad mit einigen Abschnitten im 5. Grad.
Super Fels in den ersten beiden Längen, danach ok, muss aber mal geputzt werden.
Tofana di Rozes - Il mio criceto 7b Erstbegehung: Dejan Koren & Sranka Vidmar am 25-26.06.2011 & 02-03.07.2011
Foto: Courtesy of planetmountain.com
Der Dreißigjährige und seine Freundin bohrten an zwei Wochenenden eine Route ein, die in ca. 10 m Abstand "Aspettando la vetta" folgt, welche Massimo Da Pozzo und Giammario Meneghin 2004 eingerichtet hatten.
Die neue Linie quert "Aspettando" in der dritten Seillänge und geht dann nach links ins große Dach. Sie wurde bis auf das Dach völlig neu entwickelt, in das Koren sich abseilte. Der Abstand der Bolst ist manchmal ganz schön luftig...
Anfahrt
Nach Rifugio Dibona am Fuße der Tofana di Roze fahren. Man erreicht es, indem man von Cortina Richtung Falzaregopass fährt, Pocol passiert und nach ein paar Haarnadelkurven rechts in einen Feldweg einbiegt, der Beschilderung zum Naturmschutzgeboet folgend.
Zustieg
Vom Refugio Dibona aus zum Fuß des Felsturms hochlaufen.
Route
Seillänge: V, 35m
Seillänge: 6a, 50m
Seillänge: 6c, 45m
Seillänge: 7b, 15m
Seillänge: 6c, 50m
Seillänge: 7a, 40m
Seillänge: 6a, 50m
Seillänge: V, 60m
Abstieg
Über das Band zum Punta Marietta Pfeiler queren. Die Geröllhalde und das Band bis zum Fuß des Pfeilers runter laufen, dann auf ausgesetztem Gelände drum herum. Danach an riesigen Felsblöcken vorbei zum Refugio Giussani absteigen.
Ausrüstung
Nuts und Klemmgerät bis Camelot 2 sind notwendig.
Piz Boe - Fairplay Erstbegehung: Simon Gietl & Klaus Gruber 01.07.2010.
Erste freie Begehung: Simon Gietl 08.10.2010
Fairplay befindet sich in der Vallon-Sella_Gruppe am Piz Boè (2908m) und wurde von Simon Gietl & Klaus Gruber im Vorstieg ohne Bohrhaken unter ausschließlicher Verwendung vom Einschlaghaken und klassischem Equipment als Sicherung eingerichtet. Daher der Name der Tour.
Zustieg
Zustieg über den Piz Boè Klettersteig.
Route
Seillänge: IX+/X-
Seillänge: VIII+/IX-
Seillänge: VII
Seillänge: VIII
Seillänge: VIII-
Seillänge: VIII
Seillänge: IV+
Becco di Mezzodì – Via Nicola Molin 7c Erstbegehung: Carlo Alverà, Federico Svaluto 29.07.09
Erste freie Begehung: Ruggero & Monica Zardini 03.07.2010
Foto: Courtesyof planetmountain.com
Die Tour führt überwiegend durch exzellenten, stellenweise guten Fels. Die Route führt durch das große Dach in der Nordwestflanke und wurde im Sommer 2010 von Ruggero Zardini und seiner Frau Monica befreit.
Anfahrt
Von Cortina kommend Richtung Passo Giau fahren und das Auto in Ponte di Rù Curto parken. Alternativ kann man auch ein Taxi von Cortina zum Rifugio Croda da Lago. (Servizio taxi, Tel. 0436 860888).
Zustieg
Von Ponte di Rù Curto den Weg Nr. 437, dann Nr. 434 zum Rifugio Croda da Lago nehmen. Dann weitergehen nach Forcella Ambrizzola (ca. 2 h). Von dort weiter über ein Geröllfeld Richtung "Becco" zum Begin der Tour (ca. 20 min).
Route
Die ersten zwei Seillängen halten sich rechts des nördlichen Felsvorsprungs. Die dritte Lanäge führt ins große Dach. Die vierte Länge ist 7c-Kletterei durch den windigsten Teil des Daches. In den Seillängen 5 und 6 ist filigrane Vertikalkletterei über dem Dach angesagt. Die letzte Länge schließlich geht durch einfaches Terrain zum Vorgipfel. Nach 8 m abseilen in den Pass zwischen den Gipfeln geht's mit leichter Zustiegskletterein im dritten Grad zum Gipfel.
Abstieg
Absteigen über den Normalweg.
Ausrüstung
Die Tour ist mit einem Mix aus Bohrhaken und geschlagenen Haken esichert. Man braucht einen Satz kleine bis mittlere Friends für die einfacheren Seillängen, ein 60 m Seil und 13 Expressen.
Westliche Zinne – Pressknödel 7c Erstbegehung: Christoph Hainz & Kurt Astner August 2009
Erste freie Begehung: Kurt Astner 03.07.2010
Erste Wiederholung: Christoph Hainz 05.07.2010
Foto: Courtesyof planetmountain.com
Die tolle Route folgt einer gut sichtbaren und ausgesetzen Linie links der Spigolo Scoiattoli Verschneidung und biete, laut Heinz, "klettern wie in "Alpenliebe" und "Phantom" mit dem gleichen Thrillfakor".
Anfahrt
Ideale Ausgangspunkte sind Cortina d'Ampezzo und Auronzo. Man erreicht sie von Norden durch das Pusteriatal, oder von Süden, indem man zuerst die Autobahn A27 nach Longarone nimmt und dann der Bundesstraße nordwärts folgt.
Beide Ausgangspunkte führen nach Misurina, von wo sich eine private Mautstraße
steil bis fast zum Fuß der Südflanke des Tre Cimes hochwindet. Das Auto am Refugui Auronzo, das sich am Ende der Straße befindet, parken und dort schlafen.
Alternativ kann man die Nacht auch im Rifugio Lavaredo verbringen, das man nach 15 min Fußmarsch auf dem Weg entlang den majestätischen Südflanken erreicht, die, neben vielen anderen berühmten Routen, auch die Spigolo Giallo enthalten.
Zustieg
Vom Rifugio Auronzo aus den Weg Nr. 105 nach Col di Mezzo nehmen und und zur Nordflanke weitergehen. Dem Weg über das Geröllfeld zum Anfang des Grats folgen. Die Tour startet rechts in der Nähe einiger Geröllhalden.
Route
Seillänge: 6a+
Seillänge: 7b
Seillänge: 7b
Seillänge: 7b
Seillänge: 7a+
Seillänge: 7c
Seillänge: 6c
Seillänge: 7a
Seillänge: 6b
Seillänge: 6a
+ vier Seillängen für den Ausstieg
Infos und Fotos mit freundlicher Genemigung von planetmountain.com. Deutsche Übersetzungen von Kai Richelsen.