| Erstebegehung: |
Dimai / Ghedina 1933 |
| Art: |
Sanierter Alpin-Klassiker – sportklettermässig
gesichert – sehr gute Felsqualität und oben athletisch,
ansonsten ausgesetzte Kletterei vom Feinsten. Bisschen übersaniert
und kurze Seillängen. |
| Seillängen: |
8 SL (V+, IV+, VI+, V, VI, VII-, IV, III) |
| Zeit: |
Mit dem Sessellift zu den Torre oder ab Ende
August mit dem Auto zum Rifugio und zu Fuss in 15 min von
beiden Hütten zum Einstieg. 2.5 h Klettern, Abseilen
und zurück zum Auto. Abstieg ohne Lift: 20min im Jogging-Tempo
oder zum Auto Refugio in 10 min. |
| Material: |
12 Exxen, kleiner Satz CAMs für den Ein-
und Ausstieg, in der Dimai braucht es ausser Exxen nichts.
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| Topo: |
bergsteigen.at und Wagenhals Süd Dolomiten
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| Info: |
Nach der morgentlichen Aktion an der Pacchia
wollten wir felsqualitativ am Nachmittag nochmal was besseres
klettern. Da bot sich die Dimai regelrecht an. Kurzer Zustieg,
8 kurze Seillängen, also ran an die Mauer. Erstmal Stau
in der ersten Schrottspecklänge der Myriam mit traumatisierter
und kreidebleicher Osteuropäerin, die heulend zurück
zum Einstieg gebracht wurde. Ein weiteres Team aus Czech,
sie nicht bereit zu klettern, am ersten Haken sozusagen den
Nachstieg verweigert. Bevor ich einen völligen Ausraster
bekam, stieg ich an der mittlerweile in eine Bewegungsstarre
gesunkene Dame vorbei und so kamen wir doch noch etwa um 15Uhr
rein in die Dimai. Erste Länge Miriam kann man mal einen
CAM zu den Haken dazuschieben, denn wenn fliegst, dann wegen
dem unglaublich hohen Speckfaktor, der ab Länge 1 in
Dimai adacta liegt. In der Dimai angekommen (bis dorthin etwa
70m) 15m Quergang an Kante und ab der Kante wird der Fels
verdonesque, allerdings gelb-orange anstatt grau. Schlingenstand
auf Kante laut Bernardi Führer haben wir gemacht, man
kann aber auch gemütlich nochmal 7m links aufsteigen
zu gemütlichem Stand auf Absatz. 20m Querung zu luftigem
Stand an 2 neuen BH und 2 alten BH und gerade durch Thai-Fels
zu Stand unter dem überhängenden Riss, den man nicht
als Riss, sondern über Henkel links und rechts des Risses
durch weite Blockierzüge macht. Coole Züge. Alles
bestens gesichert, zuviele Haken insgesamt auf die Distanz.
Das macht aber das Unternehmen völlig stressfrei. Nach
dem Riss auf Absatz links Stand an 2 Bolts. Die nächste
Länge ist unklar, wie man da über Rinnen und Absätze
den 10m Abseilstand vom Normalweg erreicht. Vom Stand sind
wir links aufsteigend in Rinne und am Ende links über
Wand zu Absatz (CAM). An Turm 5m Quergang Richtung Normalweg
und absteigend in Kuhle. Dort 6m unterhalb Abseilanker des
Normalweges, so wie´s ausgesehen hat. Im Schotter aber
schwer zu sehen und ob´s der Abseilhaken war, ist auch
unklar. In der Kuhle Stand an CAM 2 an Block. Gerade zum Gipfel
und über Plateau zum grossen Steinmann. Direkt dahinter
ist ne Kette (2BH), die offensichtlich kein Führer-Autor
kennt. In keinem Dolo-Führer ist diese Abstiegsvariante
beschrieben, geht aber auch ausschliesslich nur mit Doppelseil
! Ab dort 30m abseilen und über die schräge Platte
am Block zu weiterem Ring links vom eingeklemmten Block. Ab
dort 60m freihängend abseilen (beeindruckend) in die
tiefe dunkle Schlucht. Kein weiterer Ring unterwegs Richtung
Schlucht ! Über Schotter 30m absteigen zur Kante. Von
hier nochmal 25m abseilen. Man kommt direkt neben Einstieg
Filandia und Dimai-Riss raus. Ab hier Berg runter zum Einstieg
der Myriam/Dimai und zurück zu den Hütten. |
| Fazit: |
Abgesehen von den ersten hässlichen und
gespeckten Myriam Seillängen, die aber recht leicht sind,
traumhaft schöne, super abgesicherte, steile und ausgesetzte
Genusskletterei für den Nachmittags-Kletterer. Wobei,
morgens hät's Sonne, für die kühleren Tage
und für die Frühaufsteher. |