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Julius Westphal ist der Senkrechtstarter des Jahres. Wie ein kletternder Wirbelwind zog er durch Mitteleuropa

Artikel und Interwiev: Alex Wenner
Fotos: Uwe Gebhard
Julius in
L ´amour et le crane 8b

16 Jahre jung, ein zartes Alter, unverdorben, und er erschien über Nacht wie eine Supernova auf der Bildfläche der Pfälzer Kletter- und Bouldersphäre. Keine Frauen, kein nervenaufreibender 12 Stundenjob, die in irgendeiner Weise den nicht mehr zu stoppenden Terminator auf seiner Reise aufhalten könnten. Die meisten der Altstars kannten ihn nicht, obwohl er mit 14 schon 10- klettern konnte. Ein sehr sympathisches Kraftpaket, dessen Kletterstil am ehesten mit dem eines Gibbon zu vergleichen ist. Hangelnd an Leisten, die andere kaum fixieren können, teilweise extrem knapp vorm Abkippen, zerrt er sich durch die Toptouren in Pfälzer, Elsässischen aber auch anderen europäischen Spitzengebieten.
Julius Westphal, ein Abräumer der besonderen Art, der seine Tour im Frühjahr 2002 erst startete. Innerhalb von nur drei Monaten kletterte der immer gut gelaunte Jungpuller mehr als 40 Routen im zehnten Grad und schwerer.

Fairplay 8b scheint dem Jungen alle Tore geöffnet zu haben. Innerhalb kürzester Zeit wiederholte er alles, was Rang und Namen hat. Mecca an der Nonne, eine sehr schnelle TNT 8b+ Wiederholung folgt, Le theatre du No, Monument Hysterique, Insolence, alle 8b, alle in Kronthal, klettert der Burschi in einem unglaublichen Tempo.

Julius in Gamba 8a

Zwei Erstbegehungen am Retschel folgen, um die Matrix des Kombiberges zu komplettieren. Obwohl jeweils nur 2 Züge hinzukommen in Sheets to the Wind 8b+ (TNT-Gamba) und Purple Pills 8b (Fairplay-Gamba), zeigen beide Varianten das beachtliche Kletterkönnen von Julius.
Als seine bisherig schwierigste Tour konnte er, und damit dürfte er zu den Jüngsten in dieser Kategorie gehören, Gambaxplosion 8c als Erster wiederholen. Die sehr explosive Route kombiniert Bespring mich 8a+ mit TNT.
Der kleine Mann kann nicht genug kriegen. 8a und 8a+ Routen klettert er quasi täglich, machmal mehrere an einem Tag. Auch in der Fränkischen gelingen Klassiker wie Slimline, Witchcraft, Osho, Amboss, Master Blaster, Highlander. Alle 10- und dazu einige mehr. Die Liste ist lang.
Bei einem Kurztrip nach Ceüse lernt der junge Pfälzer Dave Graham kennen. Auch er ist begeistert von Julius´ Kletterstil. Er flasht Sans peur et Sandlier 8a und punktet nach kurzem Auschecken L´ami de toutlemonde 8b.

Zurück im Sandstein folgen eine Wiederholung von Dao Xiang 8b+, nur ein Tag später ohne Ruhepause der Klassiker L ´amour et le crane 8b, früher mit 8b+ bewertet, im zweiten Versuch. Die Szene ist schockiert und überrascht. 7 Tage später geht's motiviert in die Fränkische. Mit einer Wiederholung von Stone Love 8b+ am Eldorado, wiederum im zweiten .Versuch nach Auschecken ein paar Wochen vorher, hat sich der junge Wilde in die Topliga der Kraller katapultiert. Mit Hookipa am Buhlstein hat er der Pfalz eine "neue" 8b beschert. Die ursprünglich mit 8a bewertete Route wurde nach Griffausbruch des Fingerloches bis dato nicht mehr geklettert.
Salzstangen und Brezeln, die er sich in den Pausen reinschiebt, scheinen wirklich eine Wunderwaffe zu sein.
Ich nehme an, solange keine Frauen, kein nerviger Job und keine fetten Burger mit ins Spiel kommen, wird man von Julius noch einiges zu hören bekommen.

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