Die
Schwarzwaldmädels mit ihren schwarzen Trachten und die Kuckucksuhren,
aber auch der Räucherschinken kennt man und quali- und quantifiziert
dadurch den Schwarzwald als Touristenhochburg par excellance.
Die Sandsteinblöcke im Grossraum Schwarzwald kennt dagegen
fast niemand und das war Grund genug für uns, Tom Regelmann´s
Reich der Nagolder Quacken einen Besuch abzustatten.
Von Karlsruhe
führt eine recht angenehme Fahrt vorbei an alten Fachwerkbauten
und dreisten Blitzanlagen. Durch mehrere Kurorte und mit ein bisschen
Glück punktefrei in Flensburg, erreicht man mühselig
schleichend hinter professionellen Sonntagsfahrern eine Schwarzwälder
Klettererhochburg. Der Ort liegt nett eingebettet im Tal und die
Seitenarme bieten mehrere alte Sandsteinbrüche, um equipped
mit Seil, manchmal auch mit ein paar rocks & friends, die
Abendstunden zu verkürzen. Einziges Manko sind die spärlich
vorhandenen schwierigeren Klettereien, und die wenigen die es
gibt, sind eher von undefinierbarer Qualität bis hin zu grottenschlecht.
Die Motivierte Crew im Tal, auf der Suche nach Neuland und harten
Moves, wurde in der Nähe einer Burgruine fündig.
Tom, einer der aktivsten Erschliesser, hat die Blöcke bis
auf wenige Ausnahmen geputzt und die meisten der Boulder erstbegangen.
Die im Wald verstreuten Eier bieten primär Genussboulderei
an exzellentem Sandstein. Die Traverse „Lotterbett“
Fb.7a trav mit ihren flachen Auflegern am Ende, die Hooktraverse
„Fly-Flop“ Fb.5+ trav und der technisch nicht ganz
uninteressante Mantle „Executivgewalt“ Fb.6b sind
auflockerndes Pflichtprogramm im Gebiet. Zwischendurch werden
auch die glücklich, die hart zupacken müssen, um die
Vorspannung im Unterarm nicht zu verlieren. Der Tierblock, direkt
am Hang gelegen, bietet mitunter die Testperle der Area, direkt
benachbart schleicht es sich mässig schwer durch eine Platte.
Die „Nachtschicht“ Fb.7c+, ist qualititativ aussergewöhnlich
gut, Untergriffpresser, flache pfalztypische Sloper und schwierige
Plattenstelle zum Top.
Bei dem Ambiente und der Festigkeit des Sandsteins ist es traurig,
dass das Gebiet als erschlossen betrachtet werden muss, Neuland
für ganz harte Nüsse gibt es nicht wirklich.
Trotzdem, es war ein schöner Tag, und als er zu Ende ging,
war nichts mehr wie es war.
Frequently asked Questions:
Wo ist das genau?
Keine Ahnung, ziemlich abgelegen, zudem top secret.
Zugang:
Ist sehr abenteuerlich und findet sowieso keiner.
Lohnt sich das überhaupt?
Leider ja, die Qualität ist gut, aber die meisten Boulder
sind zu leicht, daher fahrt erst gar nicht hin.
Ist das Gebiet von einer Sperrung bedroht?
Sehr kritisch, deswegen besser nicht hinfahren.
Die Boulder:
Findet man, also gibts hier eine Liste für die, die´s
eh kennen. Alle anderen verlassen die News-Seite besser direkt.
Die Boulders:
Geiger 5+
SD an Henkel (Schriftzug), linkshaltend über Lette und Mantle auf den Block
Lotterbett 7a trav.
SD wie 1, komplette Rechtstraverse an Letten,
Leisten und Sloper, endet ganz rechts, an sandigem Seitgriff
Finger ins Loch 4+
SD an roten Markierungen, nur rot zum Band
Mitte durch 6a
SD in der Mitte des Blocks, ohne holds von 3 und 5 durch die Wand
zum Band
Matrix 5
SD rechts an schwarzer Markierung, nur mit schwarz zum Band
4
1m rechts von Matrix SD, über Leisten zu Band in 3m Höhe
Ladeluftkühler 4
SD an seichtem Seitgriff und Rippe, ohne linkes grosses Band zum
Stehen links in die Platte über Lette und Loch zu Band
Ritter 6a+ trav.
SD wie 7, Rechtstraverse an flachen Leisten bis zum Überhang-Henkel
in Blockmitte 8a
Ritter & Knapp 6b trav.
wie Ritter, nur bis zum ganz rechten Blockende traversieren, oben
über die Dachhenkel, endet an markanter Leiste rechts aussen
Knapp 4+ trav.
startet am Ende von Ritter, von Henkel grade in den Überhang
und Rechtstraverse zum Blockende
Chongo 4+
SD an Rippe im Dach, zu Henkel über Dachkante und raus zu
Henkel, zum Top mit Mantle lohnt nicht
Glongo 6a trav.
SD rechts aussen, Linkstraverse bis zum linke Blockende in der
Verschneidung, dort zu Abschlusshenkel
Glongo I 5 trav.
SD wie Glongo, nur bis zur Kante, über Lette zum Blockende
gerade hoch.
Henker 5+ trav.
SD links an roter Markierung, nur rot markierte Griffe Rechtstraverse
zu Henkel
Schwarze X 4+
SD in Mitte an schwaren X-n, gerade mrkiert über seichte
Verschneidung zu Band
Schwarze X Sprung 6a
SD wie Schwarze X, aber von den 2 X-n, Sprung links hoch zu Knubbel
auf Band
Grün 5 trav.
SD rechts an grüner Markierung, nur grün Linkstraverse
Kinderplatte 2
durch die Platte entlang einer Verschneidung/Rippe
verschienene Plattenvarianten links & rechts der Rippe 4....x
Fly-Flop 5+ trav.
SD ganz links (markiert), Foothooktraverse bis ganz nach rechts,
dort mit Mantle auf den Block
Fly-Flop kurz 5+ trav.
SD wie 16, bis Blockmitte, mit etwas schwierigerem Mantle als
16 gerade auf den Block
Spider 4+
SD an rot mark. Griffen, Presser zur runden Kante, über die
flache Kante fast Highball zum Top
Spider-Platte 2
3m rechts von 17 Stehstart, gerade durch die Platte
GPS 6a+ trav.
Start links an den beiden rot markierten Griffen, Rechtstraverse
bis um die Ecke (Ende markiert)
Blutblase 5
Start wie 19, gerade über kleine Leiste zu Band und auf den
Block
Sprung 5+
2m rechts von 20, SD zu 2 Pufferleisten, von dort Sprung zu Band
und zum Top
Aufgehookt 6a
2m rechts von 21, SD, über Zange und flache Aufleger zu Band
und Top
Nachtschicht 7c+
SD an Untergriff, über Lette zu Sloperreihe und Platte zum
Top; supergenial
Muuh 6c
SD mit links Seitschuppe, rechts über kleine Leiste in die
Platte und linkshaltend aufsteigen, Schuppe mit rechts und gerade
in die Platte 6a+, Stehstart 4
Wuff-Wuff 3
Stehstart an rotem Pfeil, gerade hoch zu Top
Miau 1
links die nette Platte über Stufen zum Top
Big Block 5+ trav.
SD an der rechten Kante (Startgriffe markiert), zur Kante, Hangel
zur linken Kante, dort Mantle auf Block
Big Schnaper 7b (grössenabhängig)
SD an kratziger Scherbe in Blockmitte, Hüpfer rechts in ovales
Loch, zu Kante und Mantle auf Block
Linke Kante 4+
Stehstart an Loch, die Kante zum Top
Executivgewalt 6b
Start an 2 markierten Griffen, sackharter Mantle in die Platte,
Riss zum Stehen erlaubt