Als
eine gewisse Gruppe von helmtragenden, etwas korpulenteren,
Bergstiefel tragenden und mit Keilen
bewaffneten Bergsteigern in die Pfalz kam, war das
zuerst kein größeres Ereignis für die Szene der "Superstars" dort...
Meine
Wenigkeit war als kleiner Sportkletterer auch dabei, kurz vor diesem
Ausflug punktete ich meine erste Acht an Naturstein
und wollte natürlich mit in die "heilige" Pfalz, wo ich
zuvor noch nie gewesen war.
Natürlich hatte ich schon meine Bedenken, als die Alpinisten, die
dabeiwaren, mir einen Helm und Keile anboten, aber ich hatte
mir überlegt,
daß nie ein richtig geiler "free-climber" einen Helm braucht
und deshalb lehnte ich ab und hatte eine gewisse Abneigung zu
dieser lustigen gruppe dankend angenommen.
Irgendwann nach einem riesen Frühstück ging es endlich los.
Einer der Helmträger wollte mit zwei anderen Helmträgern, die
sehr viel dünner waren als er, selbst eine Dreierseilschaft bilden
und durch einen Kamin steigen.
Die zwei Dünnen voraus. Ich stehe unten mit zwei Kumpels, denen
diese Art des Höhegewinnens auch nicht so geheuer war, und wir schauen
dem SPE"CK"TAKEL zu.
Der etwas Korpulentere steigt ein. Die ersten zehn Meter sind
bewältigt und nun geht es an den Riss. Wir mussten schon ein
wenig lächeln,
als wir diese "Masse" mit roter Eierschale auf dem Kopf und
tausenden von Keilen am Gurt sahen. Aber so richtig lustig war
es nicht, und wir machten uns auf die Suche nach einem schönen Tagesprojekt.
Einige Zeit später, als unsere Nasen auf die Superlative
zeigten, hörten wir nur einen lauten Schrei; "ICH STECKE FEEEEST
!!!!!". Wir
rannten zu diesem Riss und mussten uns alle drei aneinander
festhalten vor Lachen...
Die rote Eierschale schaute ein wenig aus dem Riss heraus und
ein Bein hing regungslos herunter, der Rest war wie vom Riss
absorbiert.
Vom Stand hörte man nur, "Du mußt dich dünn machen
und die Luft anhalten!".
Wenige Sekunden später lagen wir auf dem Boden und konnten kaum noch
atmen vor lachen und wir riefen hoch, daß er es mit Einatmen
versuchen sollte, um den Riss zu verbreitern und andere gemeine
Scherze.
Nach etwa zehn Minuten faßte ich mir ein Herz, hörte auf zu
lachen und kletterte zu dem armen Klemmkeil hinauf. Ich versuchte
ihn herauszuziehen, aber er war wie reingegossen.
Circa eine Stunde später zerschnitten wir das T-Shirt und mußten
eine ganze Dose Nivea-Creme investieren, um den Armen wieder
herauszukriegen.
Am Abend wurde natürlich wieder gespachtelt wie die Weltmeister und
alle haben noch gelacht, als wäre es gerade eben passiert, nur unser
lebender Klemmteil konnte nichts essen und lachen erst recht
nicht.
Mittlerweile hat er über 10 kg abgenommen und sein Spitzname ist "friend" (eindeutig zweideutig).