"Sie wollten
erstmalig einen Film über das Klettern und Bouldern
in der Pfalz drehen und darin einen Bogen von den Klassikern
bis hin zur Moderne schlagen.Ich muß sagen: Das ist
Ihnen trefflich gelungen. Im ersten Teil reicht die Palette
des Kletterns mit Seil vom "Altmeister" Thomas
Nöltner in der Superlative
(8), über Christof Stiegler im Magnetfinger
(9) und Alex Wenner in Mekka
(10-/10) bis hin zu Lutz
Limburg in Gambaxplosion
(11-).
Weiter geht die Reise durch die Welt der kleinen Blöcke
und man staunt nicht schlecht, was da so alles in der Pfalz
geboten wird. Hier kommen auch wieder neue und teils noch
recht junge Akteure, wie Ingo
Walde oder Katrin
und Johannes
Lau ins Spiel. Von leichten Warmups bis hin zu 8a, von
Einzügern bis zu ellenlangen Quergängen - alles
ist vertreten.
Als ob das nicht schon genug wäre, entführen
uns die Filmemacher auch noch in eine komplett andere Welt.
Die Welt des Fallschirmspringens
und der Basejumps.
Kids! Don't try this at home! Auch hier merkt man, daß
Routiniers am Werk waren. Diese Bilder kann man nur mit
ungläubigem Erstaunen betrachten, so abgedreht und
neu ist das Gezeigte.
Alex "Scooter" Wenner, der im Video mal als Erzähler,
mal als Akteur und dann wieder als Interviewer im breiten
Pfälzer Dialekt fast allgegenwärtig scheint, leitet
fachmännisch durch dieses bunte Kaleidoskop an Eindrücken
und man kann sehen, daß alle Teilnehmer auch eine
Menge Spaß an der Geschichte hatten. Zudem scheuten
die Produzenten keine Kosten und unterlegten den kompletten
Film mit der Musik des bekannten Trance-DJ's
Taucher. Schon allein aus diesem Grund lohnt sich der
Erwerb.
Wie so oft sollte man den Chalkbag beim Betrachten eines
Klettervideos nicht vergessen und bei so manchen Sequenzen
fragt man sich vor dem Bildschirm "Das Teil soll sooo
schwierig sein?". Krass ist z.B. die Begehung der "Gambaxplosion"
(11-) von Lutz
Limburg. Für mich sieht es so aus, wie eine 8-
mit abschließendem Standard-Campusboard-Zug. *lach*
Der Kerl hat's schon drauf ;-)
Ermöglicht werden solche Einblicke und Täuschungen
durch die stets hautnahe Kameraführung, für die
Alex und Kai anscheinend kein Aufwand zu groß war.
Um immer unmittelbar dabei zu sein, wurde mit vielen, schnellen
Schnitten gearbeitet. Das Video ist vollgepackt mit Eindrücken,
die den Betrachter einfach nicht zur Ruhe kommen lassen.
Eine Route oder ein Boulder ist kaum beendet - schon geht
die Reise weiter zu etwas Neuem - teilweise etwas ganz anderem.
Palatinum hatte bei mir den Effekt, daß ich mich
am liebsten direkt ins Auto gesetzt und mit allen verfügbaren
Führern in die Pfalz gebraust wäre. Seit Wolfgang
Kraus in diesem Gebiet das Zepter abgab, hat sich sehr viel
getan und die beiden Filmemacher haben es geschafft, dies
in mitreißender Art zu dokumentieren. Ein Ansturm
auf die gezeigten Routen in der kommenden Saison würde
mich daher nicht verwundern.
Martin Joisten, Herausgeber climbing.de
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