So in etwa stelle ich mir es immer vor, was wohl ein
Muskel, Fingerstrecker oder Kleinhirn denkt, wenn er-sie-es
den letzten Überlastungschaden gerade mal verdaut
hat und der Winter vor der Tür steht. Die Kletterhalle
ist überfüllt, das Campus-Board gerade abgebaut
und der Rest der Zivilisation unter Tonnen von Schnee
begraben. Die Autobahn ist zu, und die Unterarme brauchen
mal wieder einen Reiz, der nicht nur von der PC-Tastatur
oder vom Nasebohren ausgelöst wird.
Richtig: Es gibt eine Lösung. Die Antwort gleich
vorab, ohne euch auf die Folter zu spannen:
Die Lösung ist 9,2 x 2,2 x 7,3 cm groß und
passt daher in jede Climber-Schlabber- oder Businesshose
und heißt Gripmaster. Das kleine Universalfingertrainingsgerät
steigert die Koordination, Kraft und Flexibilität
der Finger deutlich, ist ein nettes Tool zur Verletzungsprophylaxe
der Finger und therapeutisch betrachtet wertvoll, um nach
einer Verletzung (die Soft-Versionen) die Feinmuskulatur
wieder aufzubauen.
Man kann ihn auch für zarte Gitarrenfinger mißbrauchen,
die ja auch trainiert werden wollen. Interessanterweise
findet man ihn öfters in Musik-Foren.
Dazu O-Ton: „Die Hard Version
ist eher für Bassisten geeignet.“
Was für Gitarrenspieler taugt, muss auch für
den grob koordinativ ausgerichteten Climber gut sein.
Jeder Finger vom Zeige- bis zum Kleinen kann individuell
mit unterschiedlicher Wiederholungsfrequenz simultan malträtiert
werden, oder wie es Güllich einst formulierte: „Der
Einfingrige schont die restlichen 4 Finger ungemein“.
Ob zuhause, im Auto, bei einer Konferenz, oder am Schreibtisch.
Der Gripmaster hilft, die Power up zu leveln.
Allerdings sind Kletterer stark, verdammt stark sogar.
Fingerpower ist das Salz in der Suppe des Kletterers.
Das wissen wir nicht erst, seit es Leistungsprofile gibt,
mit denen Sportler kraftintensiver Sportarten verglichen
wurden. Sicherlich hätte sich ein Scott Franklin
Ende der 1980er bei seiner Scarface (8b+) in den Smith
Rocks einen Gripmaster gewünscht, als er seinen kleinen
Finger im Crux-Loch versenkt hatte und brüllend den
Zielgriff anfeuerte. Wer Wurschtfinger genetisch bedingt
seit Kindheit hat, muss alternative Finger, abseits des
starken Mittelfingers, versenken, zumindest in Gebieten
wie dem Frankenjura, Buoux oder eben den Schmitt-Felsen
in den USA.
Daß der kleine Finger von Haus aus nicht der stärkste
ist, weiß jedes kleine Kind, nur: wie trainiert
man den? Richtig: der Gripmaster bringt‘s auch hier
auf den Punkt: Klavierspielend werden diese Finger an
ihre Belastungsgrenze gebracht, auch ohne die berühmte
Güllich´sche Campusorgie am ersten Fingerglied,
die er damals spezifisch für sein Action 9a angewendet
hatte.
Wer also seine Fingerpower fürs Klettern und Bouldern
zusätzlich aufbauen möchte oder Fingerpower,
Muskelansätze und Strecker nach einer Verletzung
wieder langsam an die Belastung gewöhnen möchte,
dem bietet der Gripmaster eine günstige Schnellalternative,
die jederzeit bei fast jeder Gelegenheit eingesetzt werden
kann.
- Unser Tipp: „Kaufen“
Verletzte oder Softies wählen die Soft-Variante,
Anfänger Medium und der Könner die Hard Version
- Preis: 17,95 Euro
- Ausführungen: soft – medium
– hard (Im Test: Hard)
- Wo kriegt man ihn? Zum Beispiel online
bei Bergfreunde.de
|